COOL-Tour
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Sendung vom 28.08.2021 16:00:

Bilanz zum Kultursommer 2021! - Und: In Memoriam Charlie Watts

vorproduzierte Sendung

Die Rolling Stones haben mit Charlie Watts ihren jahrzehntelangen Schlagzeuger verloren. Der Musiker verstarb im Alter von 80 Jahren in einem Londoner Krankenhaus im Kreise seiner Familie, teilte sein Agent mit. Watts war fast seit der Gründung der Stones Mitglied der Band, er prägte die Geschichte der Gruppe 58 Jahre lang mit seinem unverwechselbaren Schlagzeugstil mit. - Bei "COOL-Tour" widmen wir uns dem musikalischen Schaffen von Watts und spielen einen der größten Stones-Klassiker.

COOL-Tour macht zudem einen Rückblick auf den Kultursommer 2021 in Österreich: Was war ein Erfolg, was ist gefloppt? Und welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie (das für August geplante Frequency Festival wurde etwa wegen der Delta-Variante des Virus abgesagt, das 15. Grafenegg-Festival ist mit einer adaptierten Version von Giuseppe Verdis Requiem eröffnet worden, wegen eines CoV-Falls konnte der Wiener Singverein nicht auftreten, das Requiem wurde gekürzt gespielt; die Bregenzer Festspiele haben kurzfristig die geplante Premiere von „Die Italienerin in Algier“ abgesagt. Ein Ensemblemitglied wurde positiv auf das Coronavirus getestet, deshalb mussten alle vier im Rahmen der Festspiele programmierten Vorstellungen ausfallen. - Eine einzige regen-bedingte Absage der Aufführung der Oper „Rigoletto“ auf der Seefestspiel-Bühne hat es heuer gegeben, nur einmal musste im Festspielhaus gespielt werden)? - Dabei machen wir einen Streifzug quer durch Österreich, von Bregenz über Salzburg bis Wien und Mörbisch.

Die Salzburger Festspiele ziehen eine erfolgreiche Bilanz: Schauspiel, Oper und Konzert – 163 Aufführungen in 46 Tagen an 16 Spielstätten. Wegen der Corona-Reiseauflagen ist das Publikum europäischer geworden, US-Amerikanerinnen und Amerikaner als auch Besucherinnen und Besucher aus Asien sind in diesem Festspielsommer zum Beispiel ausgeblieben. Dafür gibt es mehr TicketkäuferInnen aus Österreich, Deutschland und weiteren Nachbarländern. - Die Einnahmen im Sommer beziffern die Salzburger Festspiele mit 26,7 Millionen Euro brutto. Auch die Corona-Sicherheitsvorkehrungen haben diesen Festspielsommer wieder gegriffen: Unter den mehr als 227.000 Besucherinnen und Besuchern gab es nur zwei positiv-getestete Fälle – ohne Clusterbildung. Beide hatten einen gültigen 3-G-Nachweis.

In Mörbisch ist in diesem Sommer die "West Side Story" gezeigt worden. - Der Generalintendant der Burgenländischen Musiktheater und Moderator Alfons Haider hat nach der ungeplanten Debatte über Musiker-Gehälter beim Festakt zu „100 Jahre Burgenland“ auf Burg Schlaining auf seiner Facebook Seite Stellung bezogen. Er finde es sehr wichtig, sich bei den jungen Musikerinnen und Musikern zu entschuldigen. Der Sänger des Popduos Cari Cari, Alexander Köck, kritisierte beim Festakt die niedrigen Gehälter der Musikerinnen und Musiker. Daraufhin kam es zu einer Diskussion mit Haider, Moderator des Abends. Dabei erklärte dieser die niedrigeren Gagen damit, dass es sich noch um Studierende in ihrer Musik-Ausbildung gehandelt habe. Auf Facebook schrieb Haider: „Einen Fehler einzugestehen ist nicht immer einfach, wenn man die Vorgeschichte zu diesem Fehler kennt. Aber ich finde es sehr wichtig, mich bei den jungen MusikerInnen zu entschuldigen, die sich durch meine Aussagen beleidigt oder missachtet fühlen. Das war in keiner Weise meine Intention.“ Er sei bereits in Kontakt mit den beiden Schuleinrichtungen, es werde auch ein Treffen mit den betroffenen StudentInnen und SchülerInnen geben, „um dieses Ereignis aufzuarbeiten“. Er kenne das Problem ungleicher Entlohnung und werde das ausgleichende Handeln auch in seiner jetzigen Funktion als Generalintendant der burgenländischen Musiktheater vorantreiben, so Haider. - Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer nahm zur aktuellen Diskussion zu KünstlerInnen-Gagen Stellung und bezeichnete dabei einen Kollektivvertrag für KünstlerInnen als „unrealistisch“.

Zudem machen wir einen Vorblick auf den Kulturherbst 2021.

Wir sprechen in der Sendung auch mit der langjährigen ZiB-Korrespondentin des ORFs, Hannelore Veit, zur brisanten politischen Lage in Afghanistan. Der afghanische Präsident Ashraf Ghani hat unter dem Druck des Taliban-Vormarsches Afghanistan verlassen. Die Taliban sind in Kabul eingedrungen. Die Furcht vor einer Terrorattacke auf den Flughafen von Kabul hat sich bewahrheitet: Bei dem Doppelanschlag vor den Toren des Flughafens starben etliche Menschen, darunter auch US-Militärangehörige. Ein Ableger der IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Die USA haben mit einem Vergeltungsangriff auf den tödlichen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen. Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar habe „einem Planer“ des IS-Ablegers Provinz Chorasan gegolten, heißt es. - Was bedeuten die Entwicklungen für das Land und dessen Beziehungen zur „westlichen Welt“, einschließlich der USA? Und wie ist der Truppenabzug der USA aus Afghanistan zu sehen? - Ergänzend zu dieser Sendung gibt es ein ausführliches „COOL-Tour spezial“ mit Hannelore Veit zu dieser Thematik als Podcast auf der SoundCloud-Seite „Paul Buchacher“.

Zudem gibt es dort ein weiteres "COOL-Tour spezial" mit Politik-Expertin Tatjana Lackner zu aktuellen Themen wie der "1-G-Regel für Veranstaltungen" und "65 Jahren Jugendzeitschrift Bravo".